Ophelia was the rebel girl

Adventures in Solitude

Dienstag, 11. November 2008 · Kommentar schreiben

novemberabend

Balancing on one wounded wing (and it’s coming at a bad time)

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I’m such a fucking pixie.

Sonntag, 2. November 2008 · Kommentar schreiben

Das denke ich, als ich vor dem Spiegel stehe, und fühle mich wohl dabei. Kaum trete ich vor die Haustür (Herbstblätter Verkehr Menschenmassen), ruhen alle Blicke auf mir. Sie starren mich an, weil ich es wage, ein Kleid anzuziehen, ein türkisfarbenes (es ist eines meiner bequemsten und liebsten Kleidungsstücke), und es dann auch noch mit grünen Seidenstrumpfhosen und einer grünen Jacke mit einer großen, fröhlichen hellroten Seidenblume am Revers zu kombinieren. Und dann auch noch alleine durch die Stadt zu streifen, einfach so, ohne Ziel. Skandalös. Yeah, because I’m such a fucking rebel. Ich glaube das nicht, aber man kann nicht abstreiten, dass ich hervorsteche aus dieser Menschenmasse der Mantelsonntagseinkaufsspaziergänger, deren Mäntel doch immer nur zwischen grau, braun und schwarz variieren und deren Beinbekleidung zum Großteil aus Jeansstoffen besteht.

In die anonyme Masse einzutauchen, mich von ihr tragen zu lassen, darin zu verschwinden – es hat etwas Erleichterndes, und ich freue mich auf London, mehr und mehr. Be fabulous, but forgettable. Später am Rhein denke ich an die Themse, frage mich, wie es wohl ist, nicht in der Nähe eines Flusses zu leben, wie man das nur aushalten kann. Ich erinnere mich an einen Spaziergang entlang der Uferstraße, vor vielen Jahren, ich war gerade erst hierher gezogen. J. und ich philosphierten darüber, dass man es wohl geschafft hat, wenn man sich dort eine Wohnung leisten kann. Nicht einmal ein Jahr später kam es so, und auch, wenn es nicht ganz die Uferstraße geworden ist, so kann ich doch von meinem Badezimmer aus den Fluss sehen, zumindest im Winter.

Ich sitze in der Abendsonne am Ufer (Abend, um kurz vor vier! Ach, der Winter ist so eine schrecklich dröge Jahreszeit). Unter mir, im Schatten des Flusses, paddelt eine Stockente gegen den Strom an. Am anderen Ufer lassen sich ein paar Dutzend Möwen in der Sonne auf dem Wasser nieder und schaukeln auf den Wellen. Vor mir fahren kleinere und größere Schiffe vorbei, über mir ziehen die Flugzeuge dahin, und ich wünschte, ich säße drin, mal wieder.

Ich habe dieses Wochenende viel Alice Schwarzer gelesen, und obwohl ich immer noch vehement gegen einige ihrer Grundthesen und -forderungen bin (zumindest in der Rdaikalität und Ausschließlichkeit, mit der sie sie einfordert), so verstehe ich sie jetzt doch wesentlich besser und habe festgestellt, dass ich ihr in anderen Dingen durchaus zustimme. Allerdings: dort, wo sie sich (und uns als Frauen) das Recht nehmen will, nicht länger weiblich zu sein (sondern menschlich), werde ich wohl immer entgegensetzen: ich nehme mir das Recht, weiterhin weiblich zu sein. In dieser ganzen Debatte sollte es nicht darum gehen, nicht länger etwas sein zu dürfen (wird mir etwa das Recht abgesprochen, Feministin zu sein, weil ich am liebsten Kleider und Röcke trage?), sondern die Freiheit zu haben, alles sein zu dürfen. Auch weiblich.

Aber das alles sind nur erste Gedanken, und ich habe das Gefühl, dass die Geschlechterthematik und der Feminismus mich noch eine Zeit lang begleiten werden.

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Zufriedenheit

Donnerstag, 15. Mai 2008 · Kommentar schreiben

Manchmal vergesse ich, wie sehr mir der Wald fehlt. Mir fehlen auch die Felder und die Wiesen und die grünen Flüsse, aber besonders fehlt mir der Wald mit seinen Geräuschen und Gerüchen, mit diesem unvergleichlichen Licht, das sich so unendlich sanft und durch den sommergrünen Blätterbaldachin vergoldetet auf den weichen Boden vortastet. Wenn ich hier vor die Tür gehe, dann sind es keine zehn Meter bis zum ersten kleinen Waldstück, und schon fühle ich mich, als hätte ich eine vollkommen andere Welt betreten, eine Welt der absoluten Ruhe und Gelassenheit.

Auf der anderen Seite des Wäldchens geht es über eine kleine Bundesstraße und dann raus in die Felder. Ich verlasse den Schatten der Bäume und spüre die Abendsonne auf meinem Gesicht, und den Wind, und das Leben. Ich sauge es auf, voller Genuss. Auf einer brachliegenden Wiese blühen Feldblumen im hohen Gras, vor allem Butterblumen und zu verpustender Löwenzahn. Ich pflücke einen Strauß und puste kräftig mitten rein. Hundert Pusteblumenschirmchen tanzen durch die warme Luft. Ich liebe Pusteblumen, also pflücke ich noch mehr, viele mehr, und blase sie absichtlich gegen den Wind, alle nacheinander. Sie kitzeln mich in der Nase und landen in meinen Haaren, die vom selben Wind sanft an mein Gesicht gepustet werden.

Zitronengelber Raps steht schon so hoch, dass ich nicht mehr drüber kucken kann. Während die Sonne langsam – ach, so wunderbar langsam inzwischen! – sinkt, steigt der zunehmende Mond immer weiter hinauf ins himmelblau. Das Kloster steht ruhig und gelassen in der Ferne, die Kirche aufrecht und erhaben noch weiter weg. Meine Füße kennen diese Feldwege, die ich früher viel zu selten gelaufen bin, inzwischen gut. Ich gehe mit geschlossenen Augen und genieße das Flirren des Frühsommerabends. Die Atempause tut mir gut, ich merke, wie ich mich langsam entspanne. Eigentlich, denke ich, eigentlich merke ich eben erst, wie verspannt ich bin. Wie sehr meine Schläfen schmerzen. Wie angespannt und ruhelos mein ganzes Wesen ist, schon seit Monaten. Ein paar Meter vor mir geht jemand mit seinem Pferd spazieren.

Manchmal vergesse ich, wie wenig ich eigentlich brauche, um zufrieden zu sein und glücklich und ruhig. Sonne. Pusteblumen. Mit nackten Füßen über eine Wiese gehen und das kühle Gras und die warme Erde spüren. Dutzende Marienkäfer, die um eine Staude Schafgarbe surren. Der Geruch des Waldes.

Als ich zurück in die Schatten komme, fröstelt es mich schon ein wenig. Es ist noch kühler hier, am Abend.

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Eine kulinarische Tortenreise durch den Sommer

Samstag, 27. Oktober 2007 · Kommentar schreiben

Ich habe viel Torte gegessen in den letzten Monaten. Sehr viel Torte.

 

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Und das fing nicht erst mit meinem Besuch eines Herrn in einer kleinen bayrischen Stadt an, der ebenfalls leidenschaftlich gern zur silbernen Kuchengabel greift und so gütig war, unter anderem diese wirklich großartige Schokoladentorte seines Hauskonditors zu meinem großzügigen Lunchpaket beizusteuern. Über das andere Stück kann ich leider nichts vermerken, das sich das gleich nach meiner Ankunft im elterlichen Hause meine Frau Mama unter den Nagel gerissen hat – es sei ihr vergönnt. Was bleibt einem auch anderes übrig bei einem solchen Pseudo-Sommer, wie wir ihn hinter uns gelassen haben, als sich die grauen Nachmittage ebenso wie die wenigen sonnigen Stunden mit Torte zu versüßen – in letzterem Fall dann auch gerne an der frischen Luft.Zum Beispiel auf der Rheingoldterrasse, einem der wenigen Cafés in Mainz, auf dessen riesiger Terrasse auf dem Rathausplatz man relativ ungestört von Autolärm den ganzen Tag über in einem Strandkorb in der Sonne sitzen und auf den Rhein kucken, Milchkaffee trinken und Schokotorte essen und Anna Karenina lesen kann. Dafür nimmt man dann auch gerne das Möchtegern-Publikum in Kauf, ebenso wie den Wind, der einem auf der ungeschützten Terrasse durch die Haare zaust, und die gelegentlich etwas überforderten, aber durchweg sehr freundlichen Bedienungen – gleichwohl, man möchte ohnehin eigentlich nur in Ruhe Kaffee trinken und die Sonne für den Winter aufsaugen. Der Karottenkuchen ist übrigens sehr zu empfehlen, die Dekomöhre obenauf hingegen weniger.

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Das hat er auch mit dem Karottenkuchen des Café Zucker gemeinsam, der insgesamt allerdings leider weniger saftig ausfällt (leider nicht im Bild). Mit dem Café Zucker ist das immer so eine Sache – es gibt dort teilweise wirklich ganz großartige Torten, man muss aber auch mit der gelegentlichen Enttäuschung rechnen. Die Himbeertorte (links im Bild) zum Beispiel ist die beste, die mir je untergekommen ist – die Himbeeren schmecken tatsächlich nach Himbeeren, der Biskuit ist perfekt, und man bekommt auch schon mal zwei Stück davon, weil “Die Stücke sind ein bisschen klein ausgefallen heute,” und das für sensationelle 1,80€. Auch die Weincremetorte (Bildmitte) ist nicht zu verachten, gleichwohl ein Stück schon ganz schön beschwipst macht – für die Weincreme wird Pudding mit Wein statt mit Milch aufgekocht. Der Käsekuchen (rechts im Bild) ist gute Mittelklasse, kommt aber nicht ganz an seinen Konkurrenten aus dem Café Fischtor heran. Das macht allerdings der Apfelkäsekuchen wieder wett – ich hab noch keinen besseren gegessen. Großartig. Ebenfalls lecker ist die Mokkatorte; nicht ganz mein Fall waren die Nougat-Nuss-Torte (löblich: glutenfrei, aber leider einfach nur süß, pappig und krümelig), die Whisky- und die Sachertorte, die mir beide etwas zu trocken waren. Der Höhepunkt des Sortiments ist aber zweifelsfrei eine Eigenkreation: die Mainzer Schlosstorte. Viele Schichten Nussbiskuit mit Nougatbuttercreme dazwischen, und obenauf ein Florentinerdeckel – Tortenporno pur. Fotografische Beweise dafür folgen bei der nächsten Orgie.

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Mein Sommerurlaub führte mich auch nach Graz, wo wir uns selbstverständlich ebenfalls durch die Konditoreien (und nicht nur die) gefuttert haben. Besonders begeistert war ich von diesem Exponat: Eierlikör-Himbeertorte auf Schokobiskuitboden, dazu ein kleines, aber äußerst feines Punschschnittchen. Leider ist mir der Name des Cafés entfallen, in dem es noch viele andere sündige Köstlichkeiten gab; allerdings sind wir die Gasse, in der es liegt, so oft rauf und runter gelaufen, dass mir zumindest der Straßenname bei Wiedervorlage eines Stadtplans bekannt vorkommen müsste.

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Ganz oben, an ihrem Ende, liegt übrigens die wunderschöne Hofbäckerei der Stadt.

Zu guter letzt ein Friedensangebot, das ich nur allzu gerne angenommen habe: dieses gute Stück Cointreau-Trüffel-Torte hat mich heute – aufs erste – doch wieder mit dem Dom-Café versöhnt. Selten habe ich Torte so lustvoll angestöhnt – sehr zu empfehlen.

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Und morgen? Morgen ist Mantelsonntag. Und da lassen wir die Torte ausnahmsweise mal zu Gunsten von Zwibbelkuche und Federweißem ausfallen.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Meenz wie es singt und lacht · Schlemmereien

Ach ja, und…

Donnerstag, 25. Oktober 2007 · Kommentar schreiben

…Deine herzlichen Grüße? Die kannst Du Dir gerade mal dahin schieben, wo die Sonne nicht scheint.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Grrr Argh! · Regen und Meer

Was vom Sommer übrig bleibt

Samstag, 20. Oktober 2007 · Kommentar schreiben

Auf dem Flohmarkt am Rheinufer mummeln sich die Verkäufer in Anoraks, Schals, Mützen und Handschuhe, um im kalten Wind nicht an ihren Ständen festzufrieren. Gegen Mittag packen sie schon wieder zusammen, es ist kalt, die Wärme des Sommers ist endgültig weg, es macht keinen Spaß mehr, hier herumzustehen, in der Kälte.  Eine Mutter, eine ewig Hippie-Girlie gebliebene Enddreißigerin, brüllt ihr Kind an, weil es nun doch nicht Skateboard fahren will: “Ich schmeiß’ das Scheißding in den Rhein!” Ich raschle mit den Füßen durchs Laub und tapse über den Sand, der immer noch hier liegt, obwohl der Strand längst Geschichte ist, wie der Sommer, vorbei, weg.

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 Seine Reste stapeln sich auf einem Floss im Fluss: Strandliegen, Tische, Palmen. Irgendwann demnächst werden sie abgeholt, um den Winter zu verschlafen. Bis sie sich im nächsten Jahr auf ein Neues in der Sonne räkeln dürfen.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Herbst · Meenz wie es singt und lacht

Der schönste Tag des Sommers

Freitag, 5. Oktober 2007 · Kommentar schreiben

Es ist September. Die ganze Woche hat es schon geregnet, alles war grau und kalt und igitt, aber nicht heute. Heute zieht der Himmel auf, ganz langsam, aber doch bestimmt und kraftvoll.

Ich klingele bei Sabine. Sie macht die Tür auf und lacht: “Du siehst aus wie eine Comicfigur!” Ich wehre mich gegen den Herbst und gegen das braungraublauschwarz des Alltags. Anstelle depressiver Schlammfarben trage ich einen ein pinkes T-Shirt, einen orangerotgelbhellrosadunkelrosapinkdunkelgrünaquatürkishellgrün gestreiften Sommerrock und quietschgrüne Schuhe. Später sagt sie, dass sie sich früher Karla Kolumna so vorgestellt hat.

Wir sitzen im Garten und trinken Tee. Die Wespen summen um uns herum, also bestellen wir sie beim Universum ab. Es funktioniert. Wir liegen etwas benommen in unseren Stühlen. Ab und zu stehen wir auf, um uns ein paar Zwetschgen vom Baum zu pflücken und faul in den Mund zu schieben. In diesem Augenblick kommt es mir vor, als hätte ich nie etwas besseres gegessen als diese köstlichen Zwetschgen, vom Baum ab in den Mund.

Später fahren wir mit den Rädern in den Wald, und ich fühle mich endlich wieder zu Hause. Sabine sammelt Moos, ich atme Wald. Über einen zugewachsenen Wiesenweg fahren wir an einem Maisfeld entlang. Die Brennesseln wischen an meinen Strümpfen vorbei, und ich brenne, aber es ist egal. Es ist sogar gut. Vertraut.

Sabine verschwindet im Maisfeldwald. Ihre Stimme klingt dumpf und weit weg. Als sie wiederkommt, sitze ich auf der Wiese. Außer dem Maisfeld ist nichts um uns herum als Wald. Alles ist still. Der Himmel ist inzwischen aufgerissen. Sabine setzt sich zu mir, und wir schweigen und schauen den Grashüpfern zu. Der Boden ist weich und trocken und die Sonne wärmt uns milde. Zufriedenheit. Alles ist gut in diesem Moment, und ich präge mir jedes kleine Detail ein für später – Sabines blondes Haar vor dem hellblau leuchtenden Himmel, auf der einen Seite das Maisfeld, auf der anderen und vor und hinter uns der Wald; die Brennesseln, die Grashüpfer, die Stille, der vertraute Geruch.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Sommer · Verzaubertes

Der Vorteil des Westflügels

Freitag, 5. Oktober 2007 · Kommentar schreiben

im Oktober ist ein deutlicher:

Ostflügel

Während die kürzer werdende Tage und das Sterben des Kastanienbaums vor dem Ostflügel mir merklich auf das Gemüt schlagen, sind die Ahornplatanen vor dem Westflügel immer noch sommerlich grün.

Westflügel

Und ich beneide die Bewohner des 3.Stocks um ihr altes Parkett, um ihre hohen, stuckverzierten Räume, um die großen Rundbogenfenster und um die renovierte Küche.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Geschichten aus der Büchse · Herbst

Der Herbst kommt

Donnerstag, 27. September 2007 · Kommentar schreiben

Er peitscht sich ins Land und rüttelt und schüttelt die Bäume. Er pustet den Regen, die Kälte und das Grau hinein. Hinaus mit den warmen Tagen des Spätsommers, hinaus! Hinfort mit Wildblumen und sonnigen Markttagen und Frühstück auf dem Balkon, denn der Herbst kommt, der Herbst kommt mit Gewalt.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Herbst · Regen und Meer

Dein roter Mund berührt mich sacht

Dienstag, 18. September 2007 · Kommentar schreiben

Wir stehen in einer Wohnung, aber nicht hier bei mir, und auch nicht bei Dir. Wir reden über irgendetwas Belangloses. Wahrscheinlich redest Du, und ich höre Dir zu, wie das meistens ist bei uns beiden. Ich gehe durch den Raum, als etwas Deinen Redefluss unterbricht. Mein Oberteil ist durch die Bewegung ein kleines bisschen nach oben gerutscht, ein winzig kleines bisschen nur. Ein wenig Haut liegt zwischen jetzt zwischen dem T-Shirt und meinem Rock. Ein wenig Haut, das alles verändert.

Du bemerkst es, brichst mitten im Satz ab, sagst stattdessen etwas anderes, etwas Erstauntes, etwas Ergriffenes, etwas Wundervolles. Du hattest nicht erwartet, dass es Dir in meiner Gegenwart so gehen könnte, das hatten wir beide nicht. Die Schönheit dieses kleinen Fleckchens in der Gegend meiner rechten Hüfte hat Dich überrascht. Und weil Du Dir nicht anders helfen kannst, weil Du nichts mehr sagen kannst, weil Du musst, Du musst, beugst Du Dich hinunter. Du ziehst mich an Dich und legst Deine Lippen auf diese Stelle, zart und tastend, bevor Du den Flecken ganz genau untersuchst, denn Du musst ihn besitzen. Er muss Dir gehören. Es geht nicht anders. Die Berührung ist so intensiv, dass ich noch Tage später erschauere, wenn ich an sie denke.

Wir sind beide überwältigt von diesem Moment, von seiner Kraft und seiner sanften und höllischen Gewalt, dass alles, was danach passiert, vollkommen ohne Belang ist. Es ist dieser Moment, der uns in Erinnerung bleiben wird. Der Moment, der alles verändert hat.

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