Beiträge vom Mai 2007
Geschützt: Ich bleib ein hoffnungsloser Optimist
Montag, 14. Mai 2007 · Geben Sie Ihr Passwort ein, um Kommentare lesen zu können.
Kategorien: Verzaubertes
Chanson un peu triste
Sonntag, 13. Mai 2007 · Kommentar schreiben
Ich bin ein bisschen krank, ich weiß nicht nicht genau, was es ist oder woran es liegt, aber ich bin ziemlich müde. Ich bin ein bisschen traurig, ich weiß nicht genau, was es ist oder woran es liegt, aber ich bin ziemlich müde. Vielleicht ist es das Wetter. In beiden Fällen gehe ich gerne am Rhein spazieren und setzte mich auf die Treppen, um übers Wasser zu schauen, vor allem, wenn das Wetter nicht so gut ist. Aber auch wenn das Wetter heute etwas trüb daherkommt, es ist warm, und es sind viel zu viele Menschen unterwegs, so spät an einem Sonntag abend an meinem Rhein. Der Rhein und ich und unsere Einsamkeit, wir möchten bitte nicht gestört werden.
Ich setzte mich also ans Ufer, schaue über das Wasser, das ganz weich ist heute und sanft, vielleicht vom vielen Regen, das ist mir gleich aufgefallen, ganz grün, seegrün und schwarz (fast möchte man sagen: smaragdschwarz)zum Hineintauchen, höre Portishead, höre französische Chansons, schaue dem Dutzend Miniatur-Fische vor mir zu, denke an Before Sunset, und fühle mich schon wieder ein kleines bisschen besser, als ich wieder nach Hause gehe, wie immer, nachdem ich an meinem Rhein war.
Kategorien: Meenz wie es singt und lacht · le sigh
Und ich webe mich in jede Strömung ein
Donnerstag, 10. Mai 2007 · Kommentar schreiben
Ich bin gern am Frankfurter Hauptbahnhof. Ich mag die Hektik und das Gewusel am Morgen. Meistens kann ich mir Zeit lassen. Ich belächle dann die Menge um mich herum, liebevoll und fürsorglich, nicht spöttisch (außer den affigen Bankern, die kahlköpfig, SMS-tippend, MP3-hörend mit dem Laptop in der Schultertasche an der Tür des vordersten Zugabteils stehen, um als erste aussteigen zu können – denn die verdienen es nicht anders). Ich weiß nicht, warum; es ist einfach so. Ich mage es auch, wenn ich selbst über den Bahnsteig renne, mich erst in die Strömung einwebe und dann kurz darauf wieder aus ihr ausbreche und durch die Menge wirbele. Ich fühle mich dann teilhaftig.
Abends habe ich manchmal noch etwas Zeit, bevor mein Zug fährt. Dann hole ich mir einen Vanilla Latte oder einen kleinen White Chocolate Mocha vom Starbucks am Haupteingang, setzte meine Brille auf die Nase und schlendere über den den Bahnhof. Ich fühle mich dann zu Hause, ich beobachte die Menschen, und ich erwarte jeden Moment, jemanden anzurempeln, der sich dann als alter Bekannter herausstellt, oder selbst von jemandem entdeckt zu werden. Manchmal schaue ich mir die Ankunftspläne an und sehe nach, an welchen Gleisen Züge aus Berlin ankommen, immer in der Hoffnung, ihm vielleicht doch über den Weg zu laufen, einmal noch, irgendwann. Ich schaue bei Gleis 6 vorbei oder Gleis 9, und albernerweise schlägt mir das Herz bis zum Hals – warum sollte er auch ausgerechnet in diesen paar Minuten ausgerechnet in Frankfurt sein? Selbst wenn er hier wäre, würden wir uns verpassen, wie wir es schon immer getan haben – in Gunsenum, in Valencia, wie wir uns fast im SBII verpasst hätten, hätte ich das Seminar damals geschwänzt. Und trotzdem: einfach lassen kann ich es nicht.
Kategorien: Verzaubertes
Wiesbaden, Hauptbahnhof, an einem sommerlichen Nachmittag im Frühling
Sonntag, 6. Mai 2007 · Kommentar schreiben
Es hat nicht geregnet, seit mindestens fünf Wochen nicht, wenn nicht länger. Fünf Wochen, das ist eine verdammt lange Zeit. Wie lange, ist mir eigentlich erst so richtig aufgefallen, als ich am Freitag mit dem Kamerateam auf der Sophienhöhe über Erbach und Michelstadt stand und mir zum ersten Mal der zermürbte Boden unter dem erstaunlicherweise immer noch grünen Gras auffiel.
Gestern dann, in der S-Bahn, kurz vor Wiesbaden, am Ostbahnhof, sah ich aus dem Fenster auf dunkel gefleckte Betonplatten. Während ich in Mainz gerade mal zwei Tropfen auf der Haut spürte, während ich auf den Bus wartete, hatte ich den ersehnten Regen auf der anderen Rheinseite wohl um wenige Minuten verpasst. Der Beton trocknete schon wieder hellgrau aus an den Rändern, die Nässe der dunklen Flecken glänzte eine Minute später schon nicht mehr feucht.
Im Bahnhof dann, als ich aussteige aus der neuen Bahn (wir fahren schließlich innerhessisch), bemerke ich zunächt nur ein Rinnsal, ein bisschen Wasser, das an einem Pfeiler herunterläuft. Ich sehe mich um, in diesem schönen, alten, herrschaftlichen Bahnhof, an den Pfeilern hinauf zum glasgefassten Dach, durch dessen dreckig-schmierigen, staubig-verlotterten Scheiben die Sonne in den großen, offenen Raum fällt – und erst jetzt werde ich der vielen kleinen Sturzbäche gewahr, die vom Dach hinabsausen und am oberen Ende ihr erlösendes Regenwasser in kleinen, senkrechten Bögen versprühen, bevor sie auf den grauen Bahnhofsboden platschen und Trinkpfützen für die Tauben bilden. Diese Schönheit überwältigt mich und macht mich glücklich, nicht atem- oder fassungslos, sondern einfach nur froh und zufrieden. Und alles ist gut so, wie es ist: die matten Scheiben, die Sonne, die ruhige, angenehme Gelassenheit der Bahnhofsatmosphäre, und der Hauch eines Regengusses.
Kategorien: FRÜHLING!!! · Regen und Meer · Sommer · Verzaubertes