Auf dem Flohmarkt am Rheinufer mummeln sich die Verkäufer in Anoraks, Schals, Mützen und Handschuhe, um im kalten Wind nicht an ihren Ständen festzufrieren. Gegen Mittag packen sie schon wieder zusammen, es ist kalt, die Wärme des Sommers ist endgültig weg, es macht keinen Spaß mehr, hier herumzustehen, in der Kälte. Eine Mutter, eine ewig Hippie-Girlie gebliebene Enddreißigerin, brüllt ihr Kind an, weil es nun doch nicht Skateboard fahren will: „Ich schmeiß’ das Scheißding in den Rhein!“ Ich raschle mit den Füßen durchs Laub und tapse über den Sand, der immer noch hier liegt, obwohl der Strand längst Geschichte ist, wie der Sommer, vorbei, weg.

Seine Reste stapeln sich auf einem Floss im Fluss: Strandliegen, Tische, Palmen. Irgendwann demnächst werden sie abgeholt, um den Winter zu verschlafen. Bis sie sich im nächsten Jahr auf ein Neues in der Sonne räkeln dürfen.
Kategorien: Herbst · Meenz wie es singt und lacht
im Oktober ist ein deutlicher:

Während die kürzer werdende Tage und das Sterben des Kastanienbaums vor dem Ostflügel mir merklich auf das Gemüt schlagen, sind die Ahornplatanen vor dem Westflügel immer noch sommerlich grün.

Und ich beneide die Bewohner des 3.Stocks um ihr altes Parkett, um ihre hohen, stuckverzierten Räume, um die großen Rundbogenfenster und um die renovierte Küche.
Kategorien: Geschichten aus der Büchse · Herbst
Er peitscht sich ins Land und rüttelt und schüttelt die Bäume. Er pustet den Regen, die Kälte und das Grau hinein. Hinaus mit den warmen Tagen des Spätsommers, hinaus! Hinfort mit Wildblumen und sonnigen Markttagen und Frühstück auf dem Balkon, denn der Herbst kommt, der Herbst kommt mit Gewalt.
Kategorien: Herbst · Regen und Meer
Und dann ist es plötzlich wieder September. Kaum, dass Mitternacht vorbei ist, werde ich unruhig, nervös, aufgeregt. Aufbruchstimmung, wie immer im September. Es ist fast Herbst, obwohl es gar keinen richtigen Sommer gab; wie immer im September werde ich von dieser Melancholie ergriffen, während ich mich gleichzeitig danach sehne, wieder die Kälte einzuatmen und auf meiner Haut zu spüren. Wie immer im September werde ich wieder Beth Gibbons auflegen und mich der Melancholie jedes einzelnen, regennassen, braunen Blattes auf dem Boden hingeben – God knows how I adore life.
Plötzlich ist es wieder September, und ein Jahr ist so schnell an mir vorbei gegangen, dass ich es kaum gemerkt habe. Bald wird es Winter werden, und erst dann, im Januar oder im Februar, wird es wirklich vorbei sein. Aber bis dahin bleibt mir dieser September und dieser Herbst. I’ll be there anytime.
Kategorien: Herbst · le sigh