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Zur Abwechslung mal. Vielleicht wäre es Zeit, darüber nachzudenken, auf das Fahrrad zu verzichten. Ungern, äußerst ungern.
Obwohl, es ist ja nicht so, als ob ich damit freie Fahrt hätte. Ich würde die (äußerst armseligen) Mainzer Fahrradwege ja gerne nutzen. Wenn ich könnte. Wenn sie nicht von Muttis und ihren Bälgern in Kinderwägen blockiert würden. Von schlurfenden Rentnern. Oder oh-ich-bin-ja-so-wichtig-Yuppies, die in Gegenrichtung auf den 60cm schmalem, rot markiertem, vom Rest des Gehweges abgekoppelten Weg einfach schneller sind. Wenn sie nicht immerzu von Autos blockiert würden, die stundenlang darauf warten, sich in den Verkehr auf der Rheinstraße einzufädeln. Also, nur, wenn diese selben Autos nicht gerade im Versuch begriffen sind, mich umzufahren, wie neulich auf einer vier Minuten kurzen Strecke dreifach geschehen.
Wie gesagt: vielleicht wäre es Zeit, darüber nachzudenken, auf das Fahrrad zu verzichten.
Kategorien: Grrr Argh! · Mainzer Freaks · Meenz wie es singt und lacht · Unfassbar
Und das merkt man nicht nur am wunderbaren, milden Sonnenschein, nachdem sich die Haut den ganzen schrecklichen Winter lang
gesehnt hat. Auf der Drei-Brücken-Strecke tummeln sich seit heute die Stöckchenschwinger in Scharen, dehnen, was das Zeug hält, sitzen auf offenen Kofferräumen und hauen sich literweise Zitronenlimo rein, unterhalten sich über ihr teures Equipment, kurz: tun alles, außer sich zu bewegen und verstopfen dabei grauenhaft meine schöne Laufstrecke.
Der Balkon ist auch seit Sonntag hergerichtet, die Taubenscheiße weggeschrubbt, unnützer Krempel entsorgt, die Stühle gesäubert und das Lesetischchen aus dem Keller geholt. Fehlen nur noch ein paar Margeritenbüsche, Laternen und ein sonores Bambus-Windspiel, aber das alles lasse ich mir zum Geburtstag schenken.
Und außerdem musste ich eben wie jeden Frühling, wenn ich aus meinem Hermitendasein mit seinen schönen bequemen Schlabberhosen wieder hinaus in die Welt gehe, mit Erschrecken feststellen, dass meine normalen Hosen ganz schön eng geworden sind und da leider noch eine ganze Menge mehr an mir schwabbelt. Muss wieder schwabbelfrei werden. Oder zumindest schwabbelreduziert.
Yup. Definitiv Frühling.
Kategorien: FRÜHLING!!! · Mainzer Freaks
Eine Dame mittleren Alters mit der Statur von Vicki Pollard und einer Plastikbierflasche mit praktischem Schraubverschluss in der einen und einer Hundeleine samt Hündchen in der anderen Hand setzt sich im Bus neben mich, und fordert Jennie, die Hundedame, mehrmals auf, Sitz zu machen. Jennie leistet diesen Aufforderungen leider keine Folge, stinkt dafür aber auch wenigstens nicht so schlimm wie Frauchen. Die fordert mich dafür auf, beim Aussteigen aufzupassen, dass ich nicht auf die Jennie trete, die sich kontinuierlich um meine Füße wickelt. Kein Problem – ich steh eh nicht so auf Handtaschenhunde, die in meiner Wade hängen.
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Heute in der S-Bahn Richtung Höchst den dritten Mainzer Freak* diese Woche getroffen. Dieser hier fragte jeden in der Bahn, wohin die Reise heute ginge. Ich weiß nicht, ob ‘Sikh-Tempel’ (wohin wir wollten) Code für ‘Bunker’ ist – jedenfalls fragte er uns immer wieder, ob man den Bunker denn jeden Tag besuchen könne, ob wir jeden Sonntag dahin fahren und ob es dort auch Mittagessen gibt. Als sich ein weiterer Mitfahrer unserer erbarmte und mitbekam, dass wir wirklich nicht in ‘den Bunker’, sondern zum Gurdwara wollten, warf er in schönstem Rheinhessisch ein: „Ei, da wo de Inner ihre Gottheide anbeede!“ Darauf der Freak: „Seid ihr auch Inder?
*Um fair zu bleiben – Kastel gehört ja nicht mehr wirklich zu uns, und vielleicht kam er ja auch aus Frankfurt. Man weiß es nicht…
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